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Mannheim – Leben im Quadrat (+Karlsruhe)

Dezember 2, 2014

Mannheim hätte ich ja nie auf meine Reiseliste gesetzt, wenn ich nicht eine ganz bezaubernde Einladung erhalten hätte. Also habe ich meine sieben Sachen gepackt und mich in den Süden Deutschlands begeben.

Man sagt wahre Freundschaften erkennt man daran, dass egal wie lange die Freunde von einander getrennt waren, sie sofort wieder dort anknüpfen können, wo sie aufgehört haben. Nun, es ist sicher nicht ganz einfach, wenn man sich vom idyllischen Bali kennt einfach so abends im dunkeln Mannheimer Bahnhof zusammenzufinden, aber warum nicht versuchen die tropische Stimmung und Erinnerungen auf die geplante Stadt zu übertragen 🙂
Seit dem 8.Jh ist die Siedlung zwar urkundlich erwähnt, aber erst im 17.Jh wurde es wirklich spannend und wuchs, als der pfälzer Kurfürst Friedrich IV beschloss dort seine Residenzstadt und Festung zu planen. Vom Schloss aus, welches die heutige Universität beherbergt, bei deren Anblick zu Recht jeder Student einer dieser traditionslosen Unis, wie diese auf denen ich bisher ein studierte, ganz gelb vor Neid wird, gehen die Straße durchnummeriert und alphabesiert ab. Verlaufen ist in Mannheim nicht. Zum Glück. Man muss sich zwar daran gewöhnen Briefe mit „X1 23“ als Straße/Hausnummer zu adressieren, aber ansonsten seh ich nur Vorteile.
Neben dem Schloss gibt es noch weitere Highlights. Der Wasserturm der sich am Ende der Shoppingmeile befindet bietet ein herrlich ruhiges Fleckchen zum verweilen, lesen und Leute beobachten.

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Ans Herz legen möchte ich jedem Besucher das Mémoires d’Indochine einem überaus köstlichen Lokal, welches die asiatische Küche durchaus authentisch (und ich würde dieses Wort nie unüberlegt nutzen) serviert. Das Cafe Prag hat mir auch sehr gut gefallen, ebenso wie sämtliche Kirchen und alten Häuser die ich beim umherrstreifen durch die Quadarate entdeckte aber nicht zuordnen kann 🙂

Nicht weit entfernt, umgenau zu sein eine Stunde weg, befindet sich Karlsruhe, eine zur Zeit meines Besuchs von Baustellen überschüttete Stadt, die ich trotzdem froh war besucht zu haben, nicht zuletzt erneut wegen einer beim Essen zu pflegenden Freundschaft. Das Schloss wird großartig präsentiert und die Ausstellung ist, wenn auch wahnsinnig umfangreich sehr informativ und gut aufbereitet. Museumspädagogisch wertvoll würde ich sagen. Beim Blick vom Schlossturm kann man wunderbar die Fächer der Straßen erkennen, die sich im Gegensatz zu Mannheim elegant wie in Sonnenstrahlen vor einem ausbreitet. Der Marktplatz hatte einges an alten Monumenten zu bieten, war nur leider hinter Bauzäunen nicht sehr genießbar.

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Reisen zu Freunden sind die schönsten, denn vor Ort begegnet man nicht nur einer neuen Stadt, sondern diesen wundervollen Menschen, die einen aufnehmen, herumzeigen, in die lokale Kultur einführen und bei denen man dieser Mensch sein kann, den man sich schon lange zurücksehnt. Man findet beim Auflebenlassen alter Erinnerungen sich selbst aus einer anderen Zeit wieder und wundert sich, wie weit man sich mal wieder entwickelt, was man wieder erreicht und wer man inzwischen geworden ist. Je nach Zufriedenheit nimmt man sich das Versprechen ab eben dieser Jemand wieder mehr zu sein oder bricht in Jubel aus diesen zurückgelassen zu haben. Die Reise als Selbstreflektionstherapie. unbedingt zu empfehlen!

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