Archive for Dezember 2012

2012 – ein zusammenfassendes Danke

Dezember 31, 2012

Wir schreiben den 31. Dezember 2012. Ein Jahr geht zu Ende und ich versuche mir gerade einen Überblick zu verschaffe, was alles passiert ist und warum ich eigentlich auf Bali sitze und nur sieben Stunden vor Mitternacht noch keinen Plan habe, wie ich Silvester verbringen werde.  Jedes Jahr schreibt man von Höhen und Tiefen, verdrängt dabei aber die schwierigen Momente und versucht möglichst die Momente hervorzuheben, die besonders aufregend waren. Und wollte gerade einen kleinen, insidergespickten Überblick teilen.

Ich hatte einige aufregende Momente dieses Jahr und ich bin dankbar für alles was ich erleben und lernen durfte. Ich möchte mich bedanken bei allen, die so viel Vertrauen in mich hatten und mir Möglichkeiten eröffneten, die ich mir nie erträumt hätte.

Anfang des Jahres arbeitete ich auf den 15.2. hin, an dem unser Charles Darwin Konzert stattfand und ich Gelegenheit bekam in der Glocke zu moderieren und eine meiner Stärken, das Reden vor Leuten auszutesten. Vor hunderten von Leuten reden hatte ich das letzte mal zum Totentanz im Magdeburger Dom gemacht und genoss diese Herausforderung.

Anschließend war ich ungemein beschäftigt mit den Vorbereitungen für die Hochzeit meines Papas und meiner Stiefmama. Zwischendurch las ich einige Bachelorarbeiten probe und lernte dabei so viel über Themen, mit denen ich mich sonst weniger beschäftige. Ich bedanken mich für sämtliches Eis das ich als Dank dafür erhalten habe.

Ich spreche außerdem meinen Dank aus an alle, die beim Probebacken dabei waren und ihre Kommentare zu meinen Kreationen abgegeben haben, bzw eine kleine Entschuldigung an alle, denen ich die folgenden Tage noch Kuchen aufgeschwatzt habe 🙂

Ich weiß ich habe immer viel erzählt von Indonesien und geschwärmt und dann genervt reagiert, wenn jemand nachfragte, weil die Vorbereitungen nicht so liefen wie ich gerne wollte. Entschuldigung dafür und danke für die Unterstützung, Bestärkung, die Geduld und euer Interesse.

Leider musste ich aufhören in der Stadtbibliothek zu arbeiten. Ich habe dort eine wirklich tolle Zeit gehabt und viele spannende Geschichten gehört! Ich habe mich immer über die Einblicke in den Alltag dort gefreut und das Privileg der vielen Bücher genossen. Unbedingt weiterzuempfehlen! Ich sag nur Brownies, BlackStories und „Entschuldigung, haben sie zufällig gerade den roten Knopf gedrückt?“

Der 31.August war dann wohl fast mein persönliches Highlight. Ich stand zwar geschlagene neun Stunden in der Küche für die Hochzeitstorte, aber das war es so wert. Die Feier war einfach wunderbar und man sieht selten zwei Menschen, die so unbeschreiblich glücklich sind. Ich werde das für immer in meinem Herzen behalten (is mir egal wie kitschig das jetzt klingt). „Und schon ist wieder Weihnachten.“

Sehr schwer war es auch mich von meiner langjährigen Mitbewohnerin zu verabschieden. Das letzte gemeinsame Floorballspielen und so viele gemeinsame Momente…

Anschließend waren es noch einige Vorbereitungen für Bali: Impfen, Visum, Arztbesuche… Und dann ging es los. Die Aufregungen und Erwartungen die einen überkommen, wenn man sich plötzlich von seiner kleinen Schwester am Flughafen verabschiedet (Danke, Ria!) und durch die Sicherheitskontrolle geht, kann nur jemand nachempfinden der selbst schon einmal so eine weite Reise gemacht hat. Bis jetzt habe ich nur wenige Minuten lang meine Entscheidung bereut. Ich habe so viel schon gelernt, das kann man gar nicht ausbezahlt bekommen. Halloween, JamesBond und Weihnachten am Strand, Delfine, Schnorcheln und Padang-Food.

Ich freu mich auf 2013! Rutscht alle gut rein!

 

Das einzige was dieses Silvester fehlt ist jetzt schon Mechti… aber manchmal muss man Traditionen brechen und Neues wagen! ich hoffe auf nächstes Jahr, genieße Finnland!

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manchmal reicht die Sprache nicht aus, um zu eschreiben was man erlebt

Dezember 30, 2012

Manchmal würde ich gerne einfach einen Titel wie diesen posten und dann den Artikel leer lassen. Einfach eurer Fantasie freien Lauf lassen und mir die Mühe ersparen nach den richtigen Worten zu suchen.

Erschöpft von dem ewigen Rollerfahren, beschlossen wir erneut zu fünft eine Tagestour mit Fahrer zu buchen. Im Auto durch die Gegend gefahren zu werden und sich um nichts kümmern zu müssen ist ja so entspannend! Man kann die ganze Zeit aus dem Fenster schauen und muss beim stockenden Verkehr nicht aufpassen, dass einem der Fuß überfahren wird! Großartig!

Wir wurden also morgens abgeholt und fuhren los Richtung Kintamani. Durch Straßen und Umwege, die tatsächlich weniger befahren schienen als die Hauptstraßen die ich sonst immer fahre. Unser erster Halt waren die Kaffeeplantagen. Marlene und ich kannten den Prozess des Katzenkaffees zwar schon, aber für die anderen war es sicher nochmal… interessant. Die kostenlosen Proben haben wir natürlich alle genossen, nicht den teuren „Poo-Coffee“ wie es immer so schön heißt, sondern den süßen Ginsengcoffee und Lemontea und und und…

Anschließend fuhren wir zum Mittagessen zu einem Restaurant, von dem man einen wahnsinns (und das beschreibt es noch nicht einmal annähernd) Blick auf den Berg Batur mit dem zugehörigen See und den Berg Agung hat. Beides übrigens Vulkane. Erst wollte ich mich weigern, weil das Essen so teuer war, aber es war halt Buffett und man konnte so viel essen wie man wollte. Das hab ich irgendwie dann auch ausgenutzt 🙂 So viel hab ich schon lang nicht mehr gegessen und das wird wohl für die nächsten Tage reichen. Mit immer wieder kurzen Stops um Fotos von der atemberaubenden Landschaft machen zu können, fuhren wir nun zum Muttertempel. Das ist DER Hindutempel und heilige Ort auf Bali. Vor etwa 50Jahren wurde er nämlich von einem Ausbruch des Gunung Agung verschont. Die Lava floß einfach um den Tempel herum.

Es war schon sehr beeindruckend, was das für eine große Anlage ist. Wir durften sogar der Zeremonie ein wenig zusehen, die gerade lief und haben noch erfahren, dass die Reiskörner, die die Gläubigen am Ende bekommen und von denen ein paar auf die Stirn, einige zum Hals geklebt und noch ein paar andere gegessen werden für die Samen der Reinheit stehen. Sie sollen die Hindus daran erinnern, ihren Geist, ihr Herz und ihre Worte rein zu halten.

Die Rückfahrt verlief sehr entspannt und obwohl es nicht sehr anstrengend war, schläft man auch im Auto sehr viel besser als auf dem Roller.

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Aus Zentralbali nichts Neues

Dezember 30, 2012

Am 27. Dezember entschloss ich mich dazu, noch eine Tour Richtung Ubud und Künstlerdörfer zu fahren. Ich durchquerte Batubulan, das Steinmetz- und Tänzerdorf, das Dorf der Silberschmiede das mit C beginnt, dessen Namen ich immer vergesse und kam nach Sukawati. Dorthin wollte ich eigentlich unbedingt, weil dort auch einige Wayan Kulit Puppenhersteller (Schattentheaterfiguren) ansässig sind. Ich stieg also beim Kunsthandwerksmarkt aus und schlenderte durch die Shops. Es war ganz herrlich, wie mich die Leute einfach passieren ließen und nicht immer gleich ihre Ware anpriesen, da machte das gucken gleich nochmal viel mehr Spaß!

Ich wurde von einem Trio Schüler angesprochen, ob sie ein kurzes Interview für die schule mit mir machen dürften. Da sag ich ja nicht nein, zumal sie sämtliche Fragen fein säuberlich auf einen Zettel geschrieben hatten und sie immer der Reihe nach vorlasen. Nebenbei wurde mir immer der Blackerry vor die Nase gehalten, damit auch alle meine schlauen Kommentare gut auf der Aufnahme zu hören sein würden. Anschließend bekam ich einen Schlüsselanhänger mit dem für Bali typischen Koalabären geschenkt… ??? Naja, putzig wars trotzdem. Das obligatorische Foto wurde gemacht und ich durfte weiterziehen. Also fuhr ich weiter durch die Straßen, die rechts und links gesäumt waren mit Holzschnitzereien und Steinmetzarbeiten, bis ich schließlich nach Ubud kam und die Orientierung verlor. Nach ein wenig hin- und herfahren suchte ich mir auf der Hauptstraße einen Parkplatz und ein Restaurant zum Speisen. Anschließend bummelte ich durch die Buchläden, um mich günstig mit einem Lesevorrat einzudecken, was auch sehr erfolgreich funktionierte. Als ich nach dem Homestay suchte, in dem ich eigentlich übernachten wollte, wurde ich leider nicht fündig und alles andere war entweder voll oder zu teuer, sodass ich, vom Verkehr schon wieder total entnervt, beschloss wieder heim zu fahren. Auf der Rückfahrt passierte ich dann doch noch die Puppenwerkstätten, hatte aber keine Lust mehr anzuhalten. Ein Grund zurückzukehren! Glücklich und erschöpft kann ich diesen Tag durchaus als gelungen bezeichnen.

Tag 75 und 76 auf Bali

Dezember 28, 2012

Am 25. saß ich morgens ungläubig schon um 8Uhr am Strand und wunderte mich, dass die Indonesier, die gestern noch lange mit uns getrunken hatten, schon so fit ihrer Arbeit nachgingen. Ich wanderte den Strand entlang und beobachtete die Leute. Als ich mich kurz setzte, um in meinem Reiseführer über die heutige Route nachzudenken, kamen drei Kinder an. Sie zeigten mir, wie toll sie doch Steine ins Wasser werfen konnten, wie schnell ihr kleines oranges Spielzeugauto durch den Sand geschoben werden konnte und rauften, bis einer heulte. Ein erlebnisreicher Weihnachtsmorgen. Bis wir gefrühstückt hatten und abreisebereit waren dauerte es eine Weile. Wir entschlossen uns dann auch nur die Küste runterzufahren, da wir doch sehr müde von der langen Nacht waren. Auf dem Weg nach Tulamben hielten wir noch an einem Wasserfall. Es wäre nicht wirklich nötig gewesen, weil wir dank des Regens und trotz unserer Regencapes schon ein wenig durchgefeuchtet waren, aber der Weg war abenteuerlich und der Wasserfall hübsch anzusehen. In Tulamben fanden wir sehr schnell eine Unterkunft. Nach dem Essen machten die anderen eine kliene Runde „Mittagsschlaf“ (so gegen 3 oder 4) während ich durch das Minikaff zog und schaute, ob man sich irgendwo an den „Strand“ setzten könne. Stattdessen wollten mich alle zum Tauchen und Schnorcheln überreden, mit mir Billardspielen und einen Fußball hab ich auch gekickt… Lange saß ich noch auf der Veranda und habe mich darüber gefreut, wie toll doch das Weihnachtsfest verläuft, wie gut ich Indonesisch kann (ohne Witz, ich hab so gut nach dem Weg fragen und mich mit den Leuten unterhalten können, ich bin inzwischen sehr zufrieden mit meinen Fortschritten). Nach dem Abendessen war dann mit uns aber wirklich nicht mehr viel anzufangen und wir fielen ins Bett.

Am nächsten Morgen verzögerte sich unsere Abreise, weil ich schon wieder einen Platten hatte und einen neuen Schlauch brauchte… dann waren wir aber sehr schnell in Tirtagangga bei dem Wasserpalast. Das war sehr beruhigend dort herumzusitzen. Ein wenig ein meditativer Ort. Von da aus ging es zum Pura Goa Lawah. Dem Fledermaustempel. Es war noh etwas enttäuschender als der andere, weil die attraktion dort die Fledermäuse in der Höhle sind. Die Fledermäuse kann man zwar sehen, aber die Höhle darf man nicht betreten, sodass wir sehr schnell wieder draußen waren, aber bei einem Eintrittspreis von 50Cent werde ich mich da nicht beschweren. Der Weg zurück verging dann gaz schnell, wiel wir immer nur unseren Pool vor Augen hatten. Wir duschten zwar zwischendurch im Regen, aber bis wir dann zu Hause waren, war eigenltich alles schon wieder getrocknet und der Sprung ins kühle Nass heißersehnt.

Das war mein gelungenes Weihnachtsfest.

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Erstens kommt es anders…

Dezember 28, 2012

und zweitens als man denkt.
Aufgrund einer Verkettung mehrerer Umstände bin ich meine große Tour doch nicht angetreten und habe sie verschoben. Stattdessen erkunde ich Bali in mehr oder weniger kleinen Unternehmungen.

Am 24. haben wir uns mit Marlene, ihren Eltern und Valeria Richtung Norden aufgemacht. Unser erster Stop war Jati Luwih. Auf Balinesisch heißt das soviel wie „wirklich wunderschön“ und wird nicht umsonst von manchen Einheimischen als Treppen in den Himmel beschrieben. Grün so weit das Auge reicht, im Hintergrund die Vulkane. Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Das Grün wirkt so beruhigend, das ist ganz anders als bei uns auf dem Bukit und der Peninsula. Wir haben dann in einem kleinen Restaurant mit sehr leckerem Essen den Regenschauer abgewartet und sind anschließend weitergefahren Richtung Seen. Eigentlich wollten wir uns nur die Seen anschauen, aber als ich dann nach dem Weg fragte, machte mich ein Polizist darauf aufmerksam, dass es da ja diesen Tempel gebe, der auf den 50000IDR-scheinen abgebildet sei. Wo wir schonmal da waren haben wir uns dann auch gleich dafür entschieden den mal anzusehen. Eigentlich waren wir sogar ein wenig enttäuscht, weil der auf den Bildern schon immer etwas spektakulärer aussieht, als wenn man live davor steht, aber dafür sind auch unsere Fotos durchaus vorzeigbar 🙂

Wir fuhren dann weiter Richtung Singaraja, um noch schnell eine Schlafstätte zu finden. Dass wir bei dem Versuch in Lovina enden würden hatte ich mir schon fast gedacht. Also schnell zum Strand und nach den 120km des Tages erfrischen. Nach einer Dusche haben wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant am Strand gemacht. Wir saßen keine zwei Meter entfernt von den Wellen im schwarzen Sand und der Tisch neben uns erfüllte uns Musikwünsche mit Gitarre, Djembe und Gesang. Es wurde ein witziger heiliger Abend, wie man ihn selten erlebt. Eine bunte Mischung aus Locals und Touris, so etwa 15 bis 20 Leute insgesamt, die sangen, sich unterhielten und immer wieder auf Weihnachten anstießen. „Don’t worry, chicken curry!“ Ich musste wirklich viel lachen über die Lieder, die beeindruckenden Deutschkenntnisse, die anhand von DJ Ötzi Liedern demonstriert wurden und über den Fakt, dass alle Marlenes Eltern immer mit „Mama“ oder „Papa“ einleitend Zigaretten und Alkohol anboten. „Mama, you smoke? Papa, you want Araq?“ Es war herrlich und wäre ich nicht so müde gewesen, wäre ich bestimmt noch über kurz nach eins hinaus dort sitzen geblieben. Schlafen konnte ich jedoch trotzdem nicht wirklich, da in der Wand oder auf dem Dach oder was weiß ich wo Ratten oder Mäuse einen Heidenlärm machten. Irgendwann in der Nacht wachte ich auf, weil irgendwas gleich beim Badfenster übelst laut krachte. Ich dachte, da kommt was durchs Fenster gesprungen und reißt das Glas mit und hab nur die Badtür zugeknallt. Marlene und Vakeria kamen zum Glück in dem Moment heim, konnten sich aber nicht wirklich entscheiden, ob sie auf Grund meines Schreis lachen oder alamiert sein sollten. Sie entschieden sich eher für ersteres, aber wahrscheinlich war es auch eine ulkige Situation.P1100501 P1100507 P1100515 P1100526 P1100532

Selamat hari natal!

Dezember 21, 2012

P1100493 P1100494 P1100495Für mich die letzte Gelegenheit vor Weihnachten etwas zu schreiben. Morgen fahre ich los Richtung Lombok und Nusa Tenggarra. Macht euch gefasst auf schönste Strandbilder. Während bei euch der Schnee blendet, wird es bei mir der weiße Sand zwischen den Palmen sein. So ist das geplant.

Die Woche ist endlich vorbei. Ein eWoche voller auf die Nightclass warten, die dann nicht kommt, voller (Ria, sing mit mir!) Bingo (!) spielen mit den Kids und Dinge die mal eben so anfallen. Heute morgen war kein Wasser… das war schon fast witzig, wie alle Villabewohner heute morgen so richtig schlecht drauf waren…

Wie gefällt euch eigentlich mein neuer Helm? Ich habe ihn ein wenig umgestaltet 🙂 Außerdem seht ihr meinen Adventskalender und die tollen Ohrringe, die ich zu Weihnachten von BaliWISE bekommen hab. Voll lieb. Ich war ein wenig gerührt und hätte fast Tränen wegblinzeln müssen… Barbara hat die selbst gemacht, sie hat in Südamerika gelernt Schmuck herzustellen und ich hab schon ganz großartige Stücke von ihr gesehen!

Na dann, gleich noch ein leztes Mal in die Night Class und anschließend noch zu einer Eröffnungsfeier von irgendwas, zu der Barbara und ich gehen, da Megan ihre Karte abzugeben hatte ! Bin gespannt.

Euch wünsche ich ein paar besinnliche Weihnachtstage ohne Schneechaos und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Sampai jumpa Januari!

Kulturschock

Dezember 16, 2012

Auch wenn ich es nur sehr, sehr ungern zugebe und erzähle, nach fast zweieinhalb Monaten ist es vielleicht angebracht auch mal zu weinen, aber lasst mich erzählen.

Wenn man sich eine lange Zeit imAusland aufhält, kommt man kaum um den obligatorischen Kulturschock herum. Ich denke bei mir war es heute soweit.

Der Plan: Wir fahren mit meinen Villamitbewohnerinnnen in den Osten Balis und schauen uns Wasserpaläste und Tempel an.

Die Realität: Meine Mitbewohnerinnen wollen doch nicht mit. Also bin ich trotzig und fahr allein. Ich bin extra morgens um 7Uhr losgefahren, damit der Verkehr angenehm ist. Es war auch total gut! Ich konnte fahren und war schon eine Stunde unterwegs. Links und rechts erstreckten sich inzwischen Reisfelder, Palmendhen und rechts das Meer. Es war traumhaft und ich freute mir einen Keks. Kullerrund.

Dann taucht neben mir ein Polizeimotorrad auf und winkt mich links ran. Ich zeigte also brav Führerschein und Papiere und machte ein wenig Smalltalk. Mein Führerschein wäre ja nur für Auto, damit darf ich keinen Roller fahren, außerdem sind die Papiere nur Kopien und keine Originale blablabla. Am Anfang war ich noch relativ ruhig, aber als er mir dann 200.000IDR abnehmen wollte kriegte ich ein wenig Panik. Ich hatte nämlich nur 212.000IDR mit. Ich versuchte zu verhandeln, weil ich Angst hatte, dass mein Geld sonst nicht mehr für genug Benzin für den Rückweg reichte. Blöd, das Geld hab ich abgegeben und auch noch voll geheult. Während der eine Polizist leicht mitleidig schaute, ist der andere einfach losgefahren. Ich hab mich wieder auf den Roller gesetzt und bin schluchzend am nächsten U-Turn Richtung nach Hause abgebogen.

Ich fühlte mich einfach so hilflos und ausgeliefert. Wer diskutiert schon gern mit der Polizei? Die können dir ja auch erzählen was sie wollen. Was mich aufregte war auch weniger der Fakt, dass ich zahlen musste und die SUmme (auch wenn das Geld in meinem Projekt um einiges besser angelegt gewesen wäre…), wenn die Papiere nicht stimmen stimmen sie vielleicht irklich nicht und dann müsste ich in Deutschland ja auch Strafe zahlen und dann wohl mehr als 17Euro, aber dass sie sich immer gezielt die Leute raussuchen, die helle Haut haben nervt. Diese Diskussion kann man endlos führen und ich habe da grad keine Lust zu, aber auffällig ist schon, dass ich in den Routinekontrollen sonst immer ohne Bemerkung davongekommn bin und der Führerschein nie ein Problem war… Wie auch immer, von dem restlichen Geld hab ich dann meinen Tank aufgefüllt und bin wieder heim. Eineinhalb Stunden durchgeheult. Mein Tag war ein wenig im Eimer, aber immerhin war ich um 10Uhr wieder daheim und hab den Rest des Tages noch vor mir. Ich bin dann wieder los zum wunderschönen KutuhBeach. Da ist es auf jeden Fall ruhig und man hat bei einem Banana-Chocolate-Milkshake viel Zeit für sich und zum Nachdenken.

Die Internet Connection

Dezember 15, 2012

Das mit dem Internet ist so eine Sache. Anfang der Woche hatten wir keines, weil ich aus Versehen den dummen Hund in meinem Zimmer eingesperrt habe. Was läuft der da auch hinein? Wenigstens hat er sonst nichts angestellt… nur halt ein wenig an der Wand gekratzt und dabei das Internetkabel beschädigt. Als das Problem dann behoben war, gab es Mittwochnacht ein furchtbares Unwetter. Das sollte noch in den Tagen darauf für viel Gesprächsstoff sorgen. Es hat so laut gedonnert, dass ich kerzengerade im Bett saß und schon aus dem Haus laufen wollte, weil ich dachte es sei vielleicht ein Erdbeben… Jedenfalls ist ein Blitz irgendwo in die Leitungen und hat den Router zerschossen. Aber jetzt geht das Netz wieder und wir Abhängigen sind gerettet 🙂

Die Woche war so anstrengend, dass ich heute einen ganz ruhigen Tag hatte. Viel auf der Terrasse sitzen, schnacken und noch einen kleinen Ausflug zum wunderschönen Balanganbeach. Der Weg dahin ist so unbeschrieblich schön durch so viel grün und das gleich nebenan. Herrlich. Unter der Woche haben wir übrigens unter anderem hieran gearbeitet: http://www.baliwise.org/2012/upcoming-events/wise-christmas/
Damit ihr mal wisst, was wir so auf die Beine stellen. Außerdem habe ich viel die Kinder und die Nightclass unterrichtet und bei den Beach Cleaners war ich auch. Aber dazu vielleicht ein anderes mal. Morgen wir ein langer Tag, wir machen den Osten unsicher und schauen uns einige Tempel an.

Schwimmen und Fussball, der perfekte Sonntag

Dezember 14, 2012

Ein Leben auf Bali kann so schön sein. Vorrausgesetzt man ist in der Lage alle Gegebenheiten hier auch zu nutzen. Heutiges Beispiel: Strände. Es gibt die schönsten Strände auf Bali. Kilometerlange, weiße Strände mit faustgroßen Muscheln. Aber all das hilft nichts, wenn man nicht schwimmen kann und sich vor Wasser fürchtet. Auf einer Insel leben und nicht schwimmen können? Klingt erstmal verwunderlich, das seh ich ein, aber die meisten der Frauen, die bei uns studieren, kommen aus den ärmeren Gebirgsregionen Balis und aus dem jawanesischen Inland. Kurzerhand haben wir also Schwimmunterricht für all organisiert. Das war ein kleines Abenteuer! Das auf den Stufen sitzen und mit den Beinen im Wasser planschen war noch lustig, aber dann im Pool sich auf dem Wasser tragen zu lassen, den totan Man zu machen war nicht ganz so einfach. Gerade Wiwin tat sich sehr schwer. Sie verkrampfte sehr schnell, wollte aber Angst nicht zugeben und hat sich nach und nach immer mehr unter Druck gesetzt. Es war eine ganz schöne Geduldsprobe für mich und ich habe mal wieder festgestellt, dass ich einfach nicht so die talentierte Pädagogin bin. Aber die Angst vorm Wasser konnten alle ein wenig überwinden und ausgelassen planschen. Es war toll zu sehen, wie sehr die jungen Frauen uns vertrauen, denn wenn sie das nicht getan hätten, wären die Übungen sicherlich nicht so einfach umzusetzen gewesen. Die Mädchen war hinterher auch sichtlich stolz, wenn auch erschöpft von dem ungewohnten workout 🙂

Das war allerdings an dem Sonntag nur der Vormittag. Sonnenverbrannt machte ich mich mit Ayu und Marlene auf den Weg Richtung Sanur, um das Fußballspiel deutscher Studenten gegen eine lokale Studentenmannschaft anzuschauen. Das Spiel sollte das Finale des internen Cups der ökonomischen Fakultät sein. Dementsprechend spannend wurde es auch. Auf der Tribüne saßen so viele Deutsche, dass wir uns schon fast fehl am Platz fühlten. Ich hätte in dem Moment nur an der Beschaffenheit des Platzes ausmachen können, dass ich auf Bali war. Der war nämlich alles andere als herrlich grün. An einigen Stellen einfach nur Sand, sodass die Spieler gut und gerne Atemmasken hätten tragen können, so wie es staubte, an anderen Stellen schon fast ein Wald. Es war also nahezu unmöglich vorauszusehen in welche Richtung der Ball springen würde.

Das Spiel war trotzdem oder gerade wegen dieses zusätzlichen Spannungsfaktors sehr mitreißend. Die eingespielten indonesischen Stadiongesänge veranlassten uns deutsche Fans dazu, als wir in der ersten Halbzeit 1:0 zurücklagen lautstark dagegen anzusingen. Das hat schon ein wenig Spaß gemacht und als wir dann den ausgleich erzielten sprangen alle auf und es machte sich ein wenig Ostkurvenfeeling in meinem Bauch breit! Und dann der Führungstreffer! Was für ein Geschrei in unseren Rängen! Leider gab es auch einiges worpber ich mich ziemlich aufregen konnte, gerade das Wort Team hätte man der deutschen Mannschaft nochmal erklären können, sodass ich uns am Ende den Sieg eigentlich schon nicht mehr gönnte. Naja, ein wenig gefeiert haben wir sie natürlich trotzdem und es hat schon fast was von Nationalmannschaft so weit fern von zu Hause. Der Pokal war supergroß und wurde Championsleague-gleich auf dem Balkon überreicht. Was für ein gelungener Tag!

From Bali With Love

Dezember 8, 2012

Der große Tag ist da. Der Tag an dem das Charity Dinner, auf das wir jetzt etwa zwei Monate hingearbeitet haben, endlich da ist. From Bali With Love. Bond and Glamour and… Naja, hört selbst.

Da es um die Mittagszeit eeeeewig dauert durh den bailnesischen Verkehr zu kommen, durften wir gleich nach dem Mittagessen die Arbeit liegen lassen und Richtung Seminyak zu Megans Haus fahren. Das war sehr praktisch, da mein Vormittag daraus bestand mich mit Christine herumzuschlagen und an der Powerpoint für die nächste Beach Cleaner Class zu arbeiten. Ich wollte ihr dann die Powerpoint geben und als ich mit dem Stick in ihr Büro komme, sehe ich, dass sie bereits begonnen hat die Präsentation alleine nochmal zu erstllen… Boah, als ob sie nicht genug Zeit damit verbringen könnte, zu recherchieren, da mach die sich die ganze Arbeit nochmal…

Jedenfalls war ich ganz froh über diesen frühen Arbeitsschluss, auch wenn wir dann zwei Stunden gebraucht haben um nach Seminyak zu kommen. Ich habe mich aber nett mit Barbara und Aswin unterhalten. Barbara ist die total nette deutsche Volontärin, die im Moment im ROLE Park aktiv ist und dort unter anderem Videoprojekte plant. Megan hat ein total schönes Haus, in dem wir dann den weiteren Plan besprochen haben und mal wieder auf die letzte Minute mit Änderungen überrascht wurden. Nach einem kurzen Abstecher zum Strand haben wir dann begonnen uns fertig zu machen. Das war eine äußerst amüsante Aktion, wir drei Mädels vor dem großen Spiegel. Gedresst sind wir dann irgendwann los zum Canggu Club. Da war noch alles im Aufbau und wir mussten wieder eine ganze Menge warten. Und wie es kommen musste, ging dann alles auf den letzten Drücker. Als Die beiden Verantwortlichen kamen, waren auch die ersten Gäste schon da und wir mussten erst noch alles aufbauen und eingewiesen werden. Toll… Naja. Anschließend sind Aswin und ich dann von Gruppe zu Gruppe gezogen und haben begonnen die Los-tickets zu verkaufen. Das hat auch voll gut funktioniert.

Nachdem die Leute dann zu den Tischen drängten, um zu essen, setzten Aswin und ich uns kurz, um eine Pause zu machen. Der Chefkoch kam aus der Küche, um kurz Luft zu schnappen und sah uns an dem Ecktisch sitzen. Ob wir was zu essen wollen würden, hat er gefragt und sich dan vorgestellt. Er hat uns die Vorspeise dann persönlich gebracht und sich vorgestellt. Mein persönlicher Held des Abends übrigens! Da wusste ich leider noch nicht, dass das das Einzige sein würde, was ich an dem Abend zu essen bekommen würde. Kamu hatten wir den ersten Happen gekostet, kam die Engländerin, die ich so furchtbar arrogant finde und überhaupt nicht leiden mag und schickte uns ieder los, um Tickets zu verkaufen und die Leute an die Silen Auction zu erinnern. Die Raffle Tickets gingen auch total gut und Megan und Mike waren so lieb und haben die letzten acht gekauft, sodass wir dann Pause machen konnten. Wir haben also den Rest tomate mozarella, brot und hähnchenleberpastete verputzt. Irgendwann kam meine Lieblingsengländerin dann vorbei und meinte erbost mit gezücktem Portemonaie „Ihr wart gar nicht an meinem Tisch Lose verkaufen!“ Woraufhin wir antworteten: „Es sind aber keine Lose mehr da.“ „Aber ihr wart nicht an meinem Tisch und habt verkauft.“ Und hält uns anklagend ihr Portemonaie entgegen. „Es sind aber keine Lose mehr da,“ haben wir dann geantwortet. Daraufhin hat sie ein verdutztes Gesicht gemacht und ist gegangen. Hah! Hab ih mich irgendwie gefreut, dass sie nichts abbekommen hat.

Hinterher durften wir noch schnell die Lose ziehen und auf die Preise kleben. Könnte sein, dass wir dabei ein wenig was gemogelt haben, aber selbst Schuld. Aswin hat einen Preis mehr verdient als die High-So’s, die sich das SPA so oder so einmal die Woche gönnen könnten. Wir sind dann leider ganz schnell gegangen (Ich wollte wiklich einfach nur noch weg, ich hab mich dort in der gesellschaft so unwohl gefühlt… und es war auch schon nach Mitternacht), sodass ich nicht mitbekommen habe, wie die Verlosung ausgegangen ist.

Um eine Erfahrung reicher und einige Nerven weniger, bin ich gestern mehr oder weniger glüklich ins Bett gefallen.