Archive for April 2012

MARZIPAN-City

April 20, 2012

Meine letzte Ferienwoche verbrachte ich mit meiner kleinen Schwester und einer gemeinsamen Freundin in LÜBECK.

Ja, ich gebe ja zu, ich wollte nur dahin, wegen des Marzipans und der historischen Romane die immer in dieser putzigen Hansestadt spielen 🙂

Was kann ich also empfehlen? Zu erstmal das Hostel in dem wir übernschteten: http://www.rucksackhotel-luebeck.com/?page_id=4 (die Zimmer sind ganz großartig, und die Eignerin super nett und für Nachfragen, Tipps und Gespräche immer zu haben!)

Wir waren begeistert vom Theaterfigurenmuseum. Man fühlte sich nicht nur ein seine Kindheit zurückversetzt, sondern konnte auch Puppentheater aus verschiedenen Kulturen betrachten. Es ist schon seltsam, dass alle Kulturen ähnliche Ziele verfolgen, aber sie so unterschiedlich mit den jeweils vorhandenen Ressourcen umsetzten.

Dann haben wir die Führung durch das Buddenbrookshaus und das Günter-Grass-Haus gemacht und viel gelernt. Wirklich viel. Beide Museen sind sehr strukturiert und überzeugend konstruiert. Im Grass-Haus hatten wir das Glück noch die Ausstellung über Jugendgefährdende Schriften anzusehen, bei denen uns Bücher begegneten, wie Werther und Frühlingserwachen…

Wir waren im Dehn/Drägerhaus (?), welches historsiche Räume zur Ansicht hat und eine Kunstausstellung. Die Sonderausstellung mit Werken von Andres Zorn hatte uns gelockt und begeistert.

Wir haben sämtliche Kirchen besichtigt. In der Petrikirche gab es ebenfalls eine Sonderausstellung, da sie auch nur noch als Kulturkirche genutzt wird. Außerdem hat man vin ihrem Kirchturm (den man zum Glück mit Aufzug erklimmen kann) eine großartige Aussicht über die Stadt. Di Marienkirche habn wir nur von Außen bewundert, da wir dafür nicht nochmal eintritt zahlen wollten. Der Dom ist auch sehr schön anzusehen. Fehlt zu den sieben Türmen noch die Kirche St. Aegidien, an der wir allerdings nicht vorbei kamen.

Das Museum im Holstentor hat uns wohl mit am besten gefallen. Museumspädagogisch hochwertvoll, würde ich sagen. Viel über die Geschichte der Stadt und ihre Wahrzeichen.

Und schließlich das Marzipanmuseum von Niederegger. Die größten Figuren, die aus Marzipan je geformt wurden 🙂 Unbedingt bei Niederegger Eis essen!!! (ich empfehle eine Kugel Marzipan)

Ansonsten kann man gut an der Trave oder der Wakenitz entlanglaufen, durch die kleinen Gassen und Gänge, die tollen Giebelhäuser, am Rathaus vorbei, die Schiffergesellschaft… so viel zu entdecken. Alles in allem also wieder eine Stadt, die ich nur empfehlen kann.

Charles Darwin

April 14, 2012

Als ich anfing diesen Blog zu schreiben, stand ich kurz vorm Abitur mit der Aussicht gcleih anschließend ein Jahr in Ecuador zu verbringen. Ich wollte euch nicht nur die ständigen Massenmails ersparen und euch die Möglichkeit geben hier hereinzuschauen, wann immer es euch passt, sondern auch die Auswahl zu treffen, welche Einträge euer Interesse wecken und welche nicht. Ich hatte auch gedacht, vielleicht kann ich mit einigen Einträgen Leuten Lust machen auch irgendwohin zu reisen und sich so Tipps zu holen (was überraschenderweise tatsächlich geklappt hat, ich habe viele Bekanntschaften in guter Erinnerung). Ich wollte aber nicht nur immer von mir erzählen, sondern auch mein neuerlanmgtes Wissen über die ecuadorianische Kultur teilen.

Heute, vier Jahre später werde ich zurückerinnert an meien Zeit in Ecuador und besonders die paar Tage auf Galapagos. Universitätsorchester und -chor der Uni Bremen haben Richard Einhorns Oratorium „The Origin“ aufgeführt. Ich habe während der Vorbereitungen für das Konzert so viel über Darwin gelernt was ich nicht wusste, denke aber dass der Mann für uns alle so wichtig geworden ist, dass ich kurz ein wenig zu eurer Allgemeinbildung beitragen will (sofern eurer Interesse noch da ist 🙂

Charles Darwin wurde Anfang des 19.Jh in England geboren. Er wuchs in einer Akademiker-Familie auf, die bereits Wissenschaftler und Ärzte hervorgebracht hatte, sodass es nur logisch erscheint, dass er zuerst das Studium der Medizin begann. Aufgrund der noch nicht so ausgfeilten Methoden, was unter anderem die Narkose anging, brach er das Studium jedoch bald ab und wechselte zur Theologie, nach Camebridge. Er verbrachte schon damals viel Zeit in der Natur und machte Spaziergänge mit befreundeten Professoren, in denen er wohl mehr und begeisterter lernte als in seinen Vorlesungen. Er war gerade 22 als er sein Studium beendete und das Angebot bekam, Kapitän FitzRoy auf seiner Reise um die Welt zu begleiten. Dieser sollte den erneuten Versuch einer Weltneuvermessung unternehmen, nachdem sein Vorgänger nur bis zum Rio de la Plata Gebiet kam und sich dann aus Einsamkeit das Leben nahm. Mit Darwin als Gesellschafter sollte das dem neuen Kapitän nicht geschehen. 1931 legte das Schiff ihrer königlichen Majestät „Beagle“ in Devenport ab. Die Fahrt ging über die Kapverden nach Brasilien. Von dort steuerten sie Ziele an wie Montevideo, Buenos Aires, Feuerland und Patagonien, um auf der Westküste Chiles wieder einen Kurs nach Norden einzuschlagen, wo sie endlich die Galapagos Inseln erreichten. Doch die Reise ging noch weiter. Im Pazifik machten sie Station auf Thaiti, dann ging es an Neuseeland vorbei, sie passierten die Keeling Islands und Mauritius und schließlich an der Südspitze Afrikas vorbei, um einen letzten Stopp in Brasilien einzulegen, dann ging es endlich wieder nach England, wo sie 1836 wieder in den Hafen einliefen. Darwin hatte während der Zeit alles gesammelt was er konnte, viele Tiere hatte er eigenhändig erlegt, um sie besser untersuchen zu können. Alle diese hatte er in Kisten regelmäßig nach England geschickt und diese Kisten erwarteten ihn nun, ebenso wie die Aufzeichnungen in seinen Notizbüchern, die er auf seiner Reise begonnen hatte. Er verarbeitete, entwickelte und sortierte in den folgenden Jahren seine Notizen und Erkenntnisse, aber die Arbeit an seiner Theorie schob er auf. Er heiratete seine Cousine Emma Wedgwood, widmete sich der Erziehung seiner Kinder (nebenbei – seine Lieblingstochter Annie starb mit 10Jahren an Tuberkulose) und veröffentlichte kleine Werke, so arbeitete er zum Beispiel etwa acht Jahre an einem wahrscheinlich bahnbrechenden Werk über die Seepocken.

Darwin hatte Angst davor, was seine Erkenntnisse in der Welt auslösen könnte. Er war sich wahrscheinlich bewusst, dass viele mit seiner Theorie Gott in Frage gestellt sahen. Das war nicht einfach in einer Zeit in der die Kirche sich eher selten mit Kritik konfrontiert war. Obwohl Darwin selbst schon lange Zweifel gegenüber dem Glauben hegte, so war seine geliebte Frau doch tiefreligiös. Mich hat der Brief tief bewegt in dem sie Darwin schrieb, sie wisse zwar, dass er nur nach der Wahrheit suche und so reinen Gewissens sein könne, aber zugleich schreibt sie: „Ich wäre höchst unglücklich wenn ich nicht glaubte, wir gehörten für immer zusammen.“ Sie vertraut also darauf, dass es ein eben nach dem Tod gibt und dass sie es mit ihrem geliebten Charles verbringen dürfe.

1857 bekommt Darwin ein Manuskript von Alfred Russel Wallace zugeschickt. Die beiden Männer stehen schon seit längerem in Briefkontakt, denn sie teilen ähnliche Ansichten. Wallace ist nun bei seinen Forschungen in Neuguinea, so scheint es Darwin, zu genau den Schlussfolgerungen gekommen, wie er selbst. In seiner Panik überschätzt Darwin die tragweite von Wallace‘ Theorien zwar, aber es gibt ihm den nötigen Anstoß, nun endlich seine Theorie auszuarbeiten. Gepackt von Stolz und Ehrgeiz kürzt er sein auf ursprünglich drei Bände angelegtes Werk auf eben 400 bis 500 Seiten, sodass es nun bereits ein Jahr später veröffentlicht werden kann. Am Erscheinungstag des Jahres 1858 ist die erste Auflage von „The Origin“ („Die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion“) bereits vergriffen. Das Wort „Evolution“, welches man allgemein doch sehr mit Darwin in Verbindund steht, findet sich übrigens auf keiner einzigen Seite.

Die wichtigsten Thesen des Werkes auf einen Blick:

  • Evolution findet statt
  • Alle Arten stammen von wenigen Urformen ab
  • Alle Veränderungen verlaufen in kleinen Schritten (Gradualismus)
  • Die Anzahl der Arten nimmt stets zu
  • Das Prinzip der Natürlichen Selektion (Es überleben immer die am besten an die Umweltbedingungen angepassten Individuen/ Arten).

Ich denke das reicht an Wissen, aber Darwin ist ein wirklich interessanterund vor allem sympathischer Mann gewesen, den ich in diesem Semester sehr zu schätzen gelernt habe 🙂