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Hansestadt der Herzen: Stralsund

März 2, 2012

Nun schreibe ich hier schon seit einer Weile diesen Blog und erzähle wo ich alles in der Welt „abhänge“ und habe doch noch kein Wörtchen verloren über die kleine Stadt an der Ostsee, an die ich einen großen Teil meines Herzens verloren habe: Stralsund.

(Betonung übriegens STRALsund und nicht StralSUND!)

Da meine Großeltern dort im Norden wohnen, habe ich schon etliche Wochen meines Lebens dort verbracht. Ein wenig durch die, zugegeben, kleine Innenstadt bummeln, ein Eis essen und dabei vor der alten Klosterruine sitzen, das schöne Rathaus (Weltkulturerbe) bewundern oder sich auf der Hafenmole den Wind um die Ohren pfeifen lassen. Alles Dinge, die ich das ganze Jahr lang machen könnte. Die neuste und auch viel diskutierte Attraktion, das Ozeaneum, kann ich wohl guten Gewissns empfehlen. Mich selbst hat es zwar nicht allzusehr berührt, aber das liegt daran, dass ich bereits viel über die Meere der Erde weiß und daher wenig neues gelert habe. Die großen Aquarien und das -wie ich glaube mich zu erinnern- „größte Fischschwarmbecken Europas“ gleichen das ganmz gut aus.

Wer dann schon am Hafen ist, muss unbedingt Fish’n’Chips essen. Leider gibt es inzwischen mehrere Kutter die das anbieten, der echte ist der mit den mit Lämpchen verzierten Schriftzug von Mast zu Mast. ¡¡¡Yummy!!!

Mein absoluter Favorit: Das Meeresmuseum. Ähnliches Thema wie das Ozeaneum, aber in einem heimelig alten Gebäude, mit uralten Exponaten, die sich seit 20 Jahren nicht verändert haben (ich schwör;) und einem ganz anderen Spektrum. Ich erinnere mich gern daran, wie mein Opa mir immer erzählte, welche Supertrawler auf der zweiten Etage er mitbaute. Vor dem kleinen Becken mit dem Oktopus steh ich immer am liebsten. Ich brauche nur einen kurzen Blick hineinzuwerfen, dann weiß ich wo sich das „gelenkige“ Tier versteckt hat, den Rest der Zeit verbringen ich damit die Menschen zu beobachten, wie sie verzweifelt nach ihm Ausschau halten und die strahlenden Augen der Kinder, wenn sie den Kraken, weil er von ihrem Winkel aus viel besser zu entdecken ist, noch vor ihren Eltern finden.

Den Stralsunder Tierpark kannte ich wie meine Westentasche. Mittlerweile wurde so viel zum Wohle der Tiere verändert, dass ich noch immer gerne hingehe und mich überraschen lasse. Besonders an Ostern ist es ein Geheimtipp, wenn im Haus die Küken unter Rotlicht um die Wette piepsen und überall für die Kinder Osterkörbchen versteckt sind. Wie gern hab ich mit meinem Bruder Schach dort auf dem großen Feld Schach gespielt mit den großen, schweren Figuren.

Hiddensee. Kloster, Neuendorf, Vitte. Wer schon einmal auf der kleinen Insel vor Rügen war, wird meine Faszination verstehen. Ich habe als Kind vielleicht drei höchstens vier Sommer dort verbracht (meien Erinnerungen verschwimmen ein wenig), aber ich seh die Landschaft so lebendig vor mir. Das Fahrrad fahren (nur Notarzt und Bierlaster haben wir früher immer gesagt sind erlaubt ;), Essen bei Rosi, Strand, das kleine Kino, Sanddorn und Bernstein und der Leuchtturm. Mit der Fähre kommt man von Stralsund gut hin und kann an einem schönen Tag eine Menge erleben.

Und schließlich noch kurz ein Wort zu Rügen. Mit meinen besten Freundinnen habe ich die Insel bereit früh mit dem Rad in fünf Tagen halb umrundet. Gut, das Baden „gehen“ bekommt im Bodden ganz andere Bedeutung, aber es gibt so viele schöne Orte, die man einfach mal in Ruhe erkunden muss. Mein Tipp: Ralswiek und die Störtebeker Festspiele. Seit ich denken kann bin ich jedes zweite und später jedes Jahr einmal dort gewesen. Die Faszination um den Liekedeeler Klaus Störtebeker lässt einen nicht los und die Naturbühne bietet eine Kulisse, die unvergesslich ist. Ich höre schon die Musik „Conquest of Paradise“ und sehe wie die ersten Raketen des abschließenden Höhenfeuerwerks gen Himmel schießen.

Wer dann tatsächlich mal in Stralsund Station macht, sollte bei meinem Opa inder Garage vorbeischauen. Hier gibt es die tollsten Dinge zu entdecken und großartige Geschichten zu hören, besonders über „Vorwärts Stralsund“ den Fußballklub, der sogar eine Saison in der DDR-Oberliga spielte. Mein Opa macht dann ein Bier warm und bei gutem Wetter stellt er die Stühle raus. Nicht selten gesellen sich dann noch mehr Geschichtenerzähler dazu und man lernt wieder was fürs Leben.