Archive for Januar 2012

When I’m grown up, I want to live in Amsterdam!

Januar 3, 2012

Da ich auf dem Rückweg etwa zwölf Stunden aufenthalt in Amsterdam hatte (ja ich hätte auch mit dem Zug irgendwohin und so, aber ich hab das extra so gemacht, weil ich dann die Möglichkeit auf einen Abstecher nach Amsterdam hatte!), beschloss ich, ein wenig durch die Stadt zu bummeln.

Mit drei Stunden Schlaf war ich um halb neun Uhr morgens allerdings noch nciht so furchtbar fit, als dass ich gleich begreifen würde, wie ich von Schiphol in die Stadt kommen würde. Zug, soweit wars mir klar… Ich also zum Schalter und ein Ticket für hin und zurück gekauft. Anschließend an der Information gefragt, auf welchem Gleis ich abfahren müsse, acht und neun verstanden, also wie bescheuert nach den Gleisen geguckt um letztendlich festzustellen, dass es nur sechs gibt. Ich also zu Gleis eins, um am anderen Gleis gerade meinen Zug wegfahren zu sehen. Dann einen vorbeifahren lassen, weil der Zuschlag gekostet hätte und endlich einsteigen. Was ich also in zwei Stunden bewältigte, hätte wohl auch in 30 Minuten geschafft werden können (und darin sind die 15Minuten Fahrt nach Amsterdam Centraal schon eingerechnet).

In Amsterdam beschloss ich, meinen Reiseführer in der Tasche zu lassen und einfach dorthin zu gehen, wohin mich mein Gefühl bringt. Das stellte sich orientierungsmäßig mal wieder als äußerst kompetent und nützlich heraus und ich fand ziemlich schnell zu dem großen Platz mit Madame Toussauds und konnte mich von dort aus über den Blomenmarkt, die Grachten entlang zum Leidsplein und schließlich konnte ich am Rijksmuseum sogar anderen Touris den Weg zeigen.

In Budapest hatte ich ja schon gedacht, dass überall Deutsche sind und paranoid auf meine Kommentare geachtet, aus Angst irgendwer könnte meine über-Touri-schimpf-Tiraden verstehen, aber in der niederländischen Hauptstadt hatte die Deutschen die Einheimischen wohl aus der Stadt verjagt! Kein Scherz!

Amsterdam hat ein ganz eigenes Flair und die vielen kleinen Häuschen entlang der Grachten, die Hausboote, Fahrräder und die putzige Sprache trösteten mich über die Müllberge Silvesterüberreste hinweg, die das Bild noch ein wenig trübten. Im Gegensatz dazu war Budapest wirklich hübsch aufgeräumt, kein so großes Kunstwerk allerdings, wenn man bedenkt, dass da ja außer Tröten und Perrücken keine Feuerspielzeuge verwendet werden dürfen. Der Brauch der Ungarn, sich zu Silvester zu verkleiden mutet ein wenig seltsam an und ich glaube auch immer noch, dass sie damit nur versuchen, die Touristen noch weiter der Lächerlichkeit preiszugeben…

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt wollten mich meine Füße allerdings nicht einen Schritt weiter tragen und ich ergab mich meinem Schicksal und verbrachte die restlichen Stunden im Airportpark. Zur Abwechslung waren die Entengeräusche durch eine Aufnahme ersetzt die wohl den Titel „Kinderspielplatz“ trug. Nun, hauptsache, ich bin um 23Uhr wieder gut in Bremen gelandet und kann jetzt anfangen den nächsten Trip zu planen.

Auf ein reisegespicktes Jahr 2012!

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Budapest – von Feuerspielzeug und Langos

Januar 3, 2012

Über Silvester das Land verlassen und einfach alles hinter sich lassen, um gelassen das neue Jahr zu beginnen, ist immer eine gute Idee. Voll Freude bestieg ich daher am 29.12. das Flugzeug nach Amsterdam. Meine 6 Stunden Stoppover genoss ich im Airportpark bei einer Entengeräuschkulisse war viel angenehmer als meine Madridaufenthalte! Als Mechti mich dann kurz nach 23Uhr in Empfang nahm und wir im Nachtbus saßen, machte Budapest den Eindruck, als hätte ich auch einfach nach Berlin-Lichtenberg reisen können (passenderweise mit Rossmann an der Ecke). Mechtis Wohnung liegt glücklicher Weise in einem vielversprechenderen Bezirk.

Als Martin dann am Freitag zu uns gestoßen war, konnten wir uns in die Spuren der anderen Touristen einreihen: Markthalle, Basilika, Burg, Matthiaskirche, Fischerbastion, Kettenbrücke, Parlament und Heldenplatz! Wir fuhren mit langen, schnellen Rolltreppen (vergesst Stockholm! und St. Petersburg soll noch tollere haben) und mit der kleinen gleben Metro, die nur so 30Meter lang is und 20 Sitzplätze hat, die zweitälteste Metro Europas ist (die Londoner Ubahnen waren schneller) und die an jeder Haltestelle kurz Musik spielt. Von der Burg aus hat man schon einen sehr schönen Überblick über die Stadt bekommen und die Basilika stellte unsere Expertin als typischen Vertreter der ungarischen Kirchen vor. Besonderes Highlight war hier Reliquie: die mumifizierte Hand des heiligen Stephan (Istvan)! Könnte aber auch die Papierkugel aus dem Wuseum gewesen sein…

Am Samstag spazierten wir über die Margareteninsel, aßen die typischen Langos und begaben uns in der Dämmerung zur Zitadelle, von der aus die ungarische Freiheitsstatue über die Stadt wacht. Die Lichter der Stadt wurden extra für uns angemacht, so schien es, doch aufgrund der kalten Luft schossen wir nur ein paar obligatorische Fotos und machten uns wieder auf den holprigen Rückweg („Achterbahn“ sollte man groß auf den Bus schreiben und nicht „27 – Citadelle“). Nach ein wenig aufhübschen mischten wir uns unauffällig erst unter die eine, dann unter die andere Gruppe von Erasmusstudenten, bevor wir auf die Margaretenbrücke fuhren, um einmal den Nervenkitzel in überfüllten Budapester Straßenbahnen zu erleben das Feuerwerk über der Stadt zu sehen. Feuerwerk heißt auf ungarisch übrigens Feuerspielzeug. Süß. So viel Feuerwerk war dann nicht zu sehen, weil nur offiziell angemeldetes Feuerwerk bezündet werden durfte. So standen wir unter eigentlich nur Touristen, mit Wunderkerzen bewaffnet und warteten, die Lichtspiele auf der Donau beobachtend, auf das neue Jahr. Wir schüttelten leicht dir Köpfe, über die Ungarn (und natürlich Touristen, die bekanntermaßen alles nachahmen) mit Perrücken und Tröten, aber das ist wohl halt so Brauch. Dann hieß es auch schon „Boldog új évet“ auf den verschiedensten Sprachen. Nach abklingen der ersten Euphorie sind wir dann schließlich ins Merlin. Eine nette Location, aber furchtbar einseitige, ohrenbetäubende Elekrtomusik, schnell wieder raus also 2h die Zähne zusammenbeißen und abzappeln. Abschließend noch ein Bierchen im CDFÜ.

Am Neujahrstag haben wir ein wenig ausgeschlafen, waren Mittagessen, auf der Vázy utca und den Gellertberg von der anderen Seite und einer anderen Brücke angucken. Abends noch lecker Kaffee trinken bei der Oper und den Tag ruhig ausklingen lassen, immer im Hinterkopf der Airport Shuttle, der um vier Uhr morgens klingeln würde… Das hat allerdings Problemlos funktioniert und ich saß kurz nach sechs Uhr im Flugzeug nach Amsterdam.

Alles in Allem hab ich einen wundervollen Kurzurlaub gehabt und alle Top 16 Sights gesehen, außer das Goldmuseum und DEN Parkplatz 🙂 Eines meiner Favoriten ganz klar: Das Szimpla. Eine ganz herrliche Hinterhofkneipe, die man gesehen haben muss! Und der Ausblick von der Zitadelle. Ein Stadtspaziergang durch die ganzen Jugendstilgebäude ist sehr beeindruckend.

Also, ab nach Budapest!