Da ich auf dem Rückweg etwa zwölf Stunden aufenthalt in Amsterdam hatte (ja ich hätte auch mit dem Zug irgendwohin und so, aber ich hab das extra so gemacht, weil ich dann die Möglichkeit auf einen Abstecher nach Amsterdam hatte!), beschloss ich, ein wenig durch die Stadt zu bummeln.
Mit drei Stunden Schlaf war ich um halb neun Uhr morgens allerdings noch nciht so furchtbar fit, als dass ich gleich begreifen würde, wie ich von Schiphol in die Stadt kommen würde. Zug, soweit wars mir klar… Ich also zum Schalter und ein Ticket für hin und zurück gekauft. Anschließend an der Information gefragt, auf welchem Gleis ich abfahren müsse, acht und neun verstanden, also wie bescheuert nach den Gleisen geguckt um letztendlich festzustellen, dass es nur sechs gibt. Ich also zu Gleis eins, um am anderen Gleis gerade meinen Zug wegfahren zu sehen. Dann einen vorbeifahren lassen, weil der Zuschlag gekostet hätte und endlich einsteigen. Was ich also in zwei Stunden bewältigte, hätte wohl auch in 30 Minuten geschafft werden können (und darin sind die 15Minuten Fahrt nach Amsterdam Centraal schon eingerechnet).
In Amsterdam beschloss ich, meinen Reiseführer in der Tasche zu lassen und einfach dorthin zu gehen, wohin mich mein Gefühl bringt. Das stellte sich orientierungsmäßig mal wieder als äußerst kompetent und nützlich heraus und ich fand ziemlich schnell zu dem großen Platz mit Madame Toussauds und konnte mich von dort aus über den Blomenmarkt, die Grachten entlang zum Leidsplein und schließlich konnte ich am Rijksmuseum sogar anderen Touris den Weg zeigen.
In Budapest hatte ich ja schon gedacht, dass überall Deutsche sind und paranoid auf meine Kommentare geachtet, aus Angst irgendwer könnte meine über-Touri-schimpf-Tiraden verstehen, aber in der niederländischen Hauptstadt hatte die Deutschen die Einheimischen wohl aus der Stadt verjagt! Kein Scherz!
Amsterdam hat ein ganz eigenes Flair und die vielen kleinen Häuschen entlang der Grachten, die Hausboote, Fahrräder und die putzige Sprache trösteten mich über die Müllberge Silvesterüberreste hinweg, die das Bild noch ein wenig trübten. Im Gegensatz dazu war Budapest wirklich hübsch aufgeräumt, kein so großes Kunstwerk allerdings, wenn man bedenkt, dass da ja außer Tröten und Perrücken keine Feuerspielzeuge verwendet werden dürfen. Der Brauch der Ungarn, sich zu Silvester zu verkleiden mutet ein wenig seltsam an und ich glaube auch immer noch, dass sie damit nur versuchen, die Touristen noch weiter der Lächerlichkeit preiszugeben…
Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt wollten mich meine Füße allerdings nicht einen Schritt weiter tragen und ich ergab mich meinem Schicksal und verbrachte die restlichen Stunden im Airportpark. Zur Abwechslung waren die Entengeräusche durch eine Aufnahme ersetzt die wohl den Titel “Kinderspielplatz” trug. Nun, hauptsache, ich bin um 23Uhr wieder gut in Bremen gelandet und kann jetzt anfangen den nächsten Trip zu planen.
Auf ein reisegespicktes Jahr 2012!
Januar 17, 2012 um 9:12 am |
Liebe M. Es macht immer wieder Spaß in deinem Blog zu lesen. Sollte es mich jemals nach Stockholm verschlagen, nehme ich deinen Blog mit. Einen ehrlicheren Stadtführer gibt’s bestimmt nicht.
Ein tolles reisewütiges Jahr. Deine J.