Über Silvester das Land verlassen und einfach alles hinter sich lassen, um gelassen das neue Jahr zu beginnen, ist immer eine gute Idee. Voll Freude bestieg ich daher am 29.12. das Flugzeug nach Amsterdam. Meine 6 Stunden Stoppover genoss ich im Airportpark bei einer Entengeräuschkulisse war viel angenehmer als meine Madridaufenthalte! Als Mechti mich dann kurz nach 23Uhr in Empfang nahm und wir im Nachtbus saßen, machte Budapest den Eindruck, als hätte ich auch einfach nach Berlin-Lichtenberg reisen können (passenderweise mit Rossmann an der Ecke). Mechtis Wohnung liegt glücklicher Weise in einem vielversprechenderen Bezirk.
Als Martin dann am Freitag zu uns gestoßen war, konnten wir uns in die Spuren der anderen Touristen einreihen: Markthalle, Basilika, Burg, Matthiaskirche, Fischerbastion, Kettenbrücke, Parlament und Heldenplatz! Wir fuhren mit langen, schnellen Rolltreppen (vergesst Stockholm! und St. Petersburg soll noch tollere haben) und mit der kleinen gleben Metro, die nur so 30Meter lang is und 20 Sitzplätze hat, die zweitälteste Metro Europas ist (die Londoner Ubahnen waren schneller) und die an jeder Haltestelle kurz Musik spielt. Von der Burg aus hat man schon einen sehr schönen Überblick über die Stadt bekommen und die Basilika stellte unsere Expertin als typischen Vertreter der ungarischen Kirchen vor. Besonderes Highlight war hier Reliquie: die mumifizierte Hand des heiligen Stephan (Istvan)! Könnte aber auch die Papierkugel aus dem Wuseum gewesen sein…
Am Samstag spazierten wir über die Margareteninsel, aßen die typischen Langos und begaben uns in der Dämmerung zur Zitadelle, von der aus die ungarische Freiheitsstatue über die Stadt wacht. Die Lichter der Stadt wurden extra für uns angemacht, so schien es, doch aufgrund der kalten Luft schossen wir nur ein paar obligatorische Fotos und machten uns wieder auf den holprigen Rückweg (“Achterbahn” sollte man groß auf den Bus schreiben und nicht “27 – Citadelle”). Nach ein wenig aufhübschen mischten wir uns unauffällig erst unter die eine, dann unter die andere Gruppe von Erasmusstudenten, bevor wir auf die Margaretenbrücke fuhren, um einmal den Nervenkitzel in überfüllten Budapester Straßenbahnen zu erleben das Feuerwerk über der Stadt zu sehen. Feuerwerk heißt auf ungarisch übrigens Feuerspielzeug. Süß. So viel Feuerwerk war dann nicht zu sehen, weil nur offiziell angemeldetes Feuerwerk bezündet werden durfte. So standen wir unter eigentlich nur Touristen, mit Wunderkerzen bewaffnet und warteten, die Lichtspiele auf der Donau beobachtend, auf das neue Jahr. Wir schüttelten leicht dir Köpfe, über die Ungarn (und natürlich Touristen, die bekanntermaßen alles nachahmen) mit Perrücken und Tröten, aber das ist wohl halt so Brauch. Dann hieß es auch schon “Boldog új évet” auf den verschiedensten Sprachen. Nach abklingen der ersten Euphorie sind wir dann schließlich ins Merlin. Eine nette Location, aber furchtbar einseitige, ohrenbetäubende Elekrtomusik, schnell wieder raus also 2h die Zähne zusammenbeißen und abzappeln. Abschließend noch ein Bierchen im CDFÜ.
Am Neujahrstag haben wir ein wenig ausgeschlafen, waren Mittagessen, auf der Vázy utca und den Gellertberg von der anderen Seite und einer anderen Brücke angucken. Abends noch lecker Kaffee trinken bei der Oper und den Tag ruhig ausklingen lassen, immer im Hinterkopf der Airport Shuttle, der um vier Uhr morgens klingeln würde… Das hat allerdings Problemlos funktioniert und ich saß kurz nach sechs Uhr im Flugzeug nach Amsterdam.
Alles in Allem hab ich einen wundervollen Kurzurlaub gehabt und alle Top 16 Sights gesehen, außer das Goldmuseum und DEN Parkplatz
Eines meiner Favoriten ganz klar: Das Szimpla. Eine ganz herrliche Hinterhofkneipe, die man gesehen haben muss! Und der Ausblick von der Zitadelle. Ein Stadtspaziergang durch die ganzen Jugendstilgebäude ist sehr beeindruckend.
Also, ab nach Budapest!
Januar 3, 2012 um 4:38 pm |
Schön, dass du da warst!