Gedankensammlung

By kikigoesecuador

Nach dem letzten verzweifelten „ich will was schreiben, hab aber nichts zu berichten“-Eintrag is jetzt wieder ne Menge passiert.

Freitag: Ein aufregender Tag. Als wir im Winter die Bauarbeiten hatten aber ich ja schon die Stirn gerunzelt über das Verlegen von Fliesen. So wie die immer Wasser zum saubermachen ver(sch)wenden müssten wir jetzt eigentlich überall und immer „nicht rennen/ vorsicht rutschgefahr…“-schilder aufstellen! Ein Wunder das so lange nichts passiert ist. Ihr habt ja gehört, dass meine Kinder sehr… aufgeweckt sind! Am Freitag haben wir also mal wieder Putztag gemacht und die Kinder haben ihr Shirts und Hosen mit sich drin als lebendige lappen benutzt! FUN! Bei der Hitze hab ich sie fast beneidet darum sich so nass machen zu können, aber das darf ich natürlich nicht, sonst ist der letzte rest ordnung verloren. Nachdem sich dann die rennende Señorita natürlich auf den Hosenboden gesetzt hat gab es aber so richtig ärger… aber das kann man sich doch bei Fliesen denken, oder… Naja dann vorm Essen als wir gerade alle auf dem Weg zum Speiseraum waren ist Natscha, unser eines behindertes Mädchen auch noch ausgerutscht. Wen wunderts, wenn mal wieder keiner richtig zugreifen will, wo natscha doch so schon nicht richtig laufen kann. Kurzum sie hat sich ganz schön den Kopf aufgeschlagen und während sie verarztet wurde hatten wir ganz schön damit zu tun die Schaulustigen Mädels zum Essen zu scheuchen. Und dann gab es mal wieder ne heftige Ansage von der Direktorin. Na, wo sie recht hat hat sie recht. Wir haben drei Mädels mit Behinderung, die jeweils von zwei Mädchen betreut werden, nichtsdestotrotz bin ich während ich mit den anderen Hausaufgaben mache ständig am rennen, damit Emily und Andrea keine Blumenerde wie Schokolade Futtern oder natscha sich nciht in der Sonne verbrennt… das war echt mal wieder so ein tag an dem ich ernsthaft an den Mädels gezweifelt habe. Ob sie das wohl je verstehn? Wahrscheinlich schon mit nochmehr Geduld. Die ich dann wahrscheinlich aber doch bald nicht mehr habe…

Samstag sind Wolle und ich mit der „Neuen“ zum Parque Historico! Ui is das immer schön ruhig dort! da haben wir ein paar schöne stunden gehabt und haben abends noch Sushi gegessen.

Sonntag sind Ines und ich nach Nobol. Ein kleines Dörfchen so ca. 30-45min von Guayaquil. Wir brauchten gefühlte 3h, weil wir überall anhielten und Leute Dinge verkauften, also alles wie immer in Ecuador. In Nobol stiegen wir aus und flüchteten uns erstmal aus der knallenden Sonne in den schützenden Schatten der Kirche. Wir fühlten uns gleich ein wenig unwohl. Wie blonde, Sonnenbebrillte Touris halt. Alle guckten und riefen uns Dinge hinterher. Wie immer halt. Wir sind dann erst zum malecón und wollten uns Narcissa ansehen. narcissa is eine Heilige deren wirklicher Körper mit einer maske bedeckt in einem Glaskasten (schneewittchen!?) in einer Kirche dort aufgebahrt wird. Wir standen also am Eingang der Kirche und beobachten die Ecuadorianer wie sie vor narcissa auf die Knie fielen und ihr inbrünstig Wünsche, Danksagungen oder Bitten entgegenbrachten. Wir konnten uns jedoch nicht weiter in die Kirche bewegen. Wir fühlten uns einfach total fehl am Platz. Halt wie Touris. Wir fühlten uns irgendwie nicht berechtigt dazu uns unter die menge Ecuadorianer zu mischen und narcissa die Aufmerksamkeit zu stehlen *hihi*

Wir machten dann noch eine kurze Kanufahrt mit einem kleinen Jungen, der fast die ganze Zeit vor angst durchheulte und vielen Leuten die uns an der badestelle zuwinkten… bloß gut, dass das kanu relativ schnell weiterfuhr. Als wir dann kurz vor dem anleger ankamen stellte der Bootsführer den Motor ab, weil er meinte schon nah genug dranzusein. Das war jedoch ein Irrtum udn wir trieben ein wenig ab. Als er dann versuchte den Motor wieder anzustellen ging das nicht… -stille- und dann wieder der kleine junge. der konnte weinen!!! naja er hat dann mit seinem paddel die Strömung bekämpft und uns letztendlich doch noch ans rettende Ufer gebracht. Wir haben dann den nächsten Bus auf der Straße nach Guayaquil angehalten und sind nach Hause gefahren.

Gestern waren es übrigens noch 42 tage… da musste ich dann stark an „Per Anhalter durch die Galaxis“ denken. Ihr wisst schon, 42 ist die Antwort auf die große frage nach dem Universum, dem leben und allem oder so. falls das noch jemand besser im Kopf hat bin ich für verbesserungen dankbar.

bis denn

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