Bei einigen habe ich mich ja vor diesem Wochenende mit einem dicken: “ich hab euch lieb, nur dass ihrs wisst, man weiß ja nie” verabschiedet. Nachdem mein Meerschweinchen Abenteuer nicht wirklich die Kommentarfunktion sprengte, habe ich nämlich einen neuen Versuch gestartet eure Aufmerksamkeit zu erlangen, aber seht selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=hI58BXpfdAc
Mein Wochenende begann am Freitag, nachdem ich rechtzeitig meiner Arbeit entflohen bin, um nicht wie am Vortag karnevalsmäßig bei einer wasserschlacht wieder klitschnass zu werden… Wir sind kurz nach Elf zum Terminal, nachdem wir schon wegen einer Baustelle um unseren Ausflug gebangt hatten, weil es hieß es führen keine Busse… Wir haben am Terminal zwar etwa ne stunde gewartet, während wir “ich sehe was was du nicht siehst” spielten, aber letztendlich saßen wir in dem Bus nach Ambato. Mehr oder weniger schlafend… 8:00uhr war es als wir uns in Ambato aus dem Bus schoben und begannen hungrig ein Hotel zu suchen. Nach ewigem laufen haben wir dann das Hotel Nürnberg gewählt!!! Von dort aus haben wir dann Ambato erkundet. Wir sind ja hauptsächlich wegen des “Festes der Blumen und Früchte” (Fiesta de las Frutas y las Flores FFF) dorthin, also haben wir auf den Aktionsplan geschaut und versucht die unterschiedlichsten sachen zu finden. Sehr amüsant war das Schokoladenfestival, welches aus vier ständen bestand an denen man Schokoüberzogene und kandierte Früchte kaufen konnte. Dann waren wir bei einer Kochschule, da wurde “fritada” (quasi gebratenes schwein) in der größten Pfanne der welt gemacht mit riesenspachteln und drei leute auf einmal rühren. Das eigentlich tolle war dort aber die tanzvorführung mit den typischen tänzen, die barfuss von engagierten Indigenas verschiedensten Alters aufgeführt wurde. Danach wollten wir auf dem markt noch die Krönung der Königin Amatos (also die Gewinnerin der Misswahl quasi) sehen, aber das fiel aus oder wurde verschoben. Also sind wir etwas essen gegangen und schließlich kurz zum Hotel um uns auszuruhen. Doch Shelly und ich hielten nicht viel von einem Nickerchen, also haben wir uns auf gemacht in den Park. Zum rumsitzen, Leute beobachten und fotografieren. Nachdem wir mühevoll einige Kinder abgewimmelt hatten die uns Alles mögliche verkaufen wollten, haben wir uns mit zwei Kindern unterhalten und ein wenig Quichua gelernt. “imaschutikanki” (ich schreibe wie ich es hört) heißt “wie heißt du”! war echt ne witzige sache, weil alle anderen Kinder gucken kamen, was wir uns denn mit denen unterhielten und die leute die vorbei liefen wirkten sehr irritiert beim anblick der von Kindern umringten gringas. Was noch viel wichtiger war, passierte vorher. Wir sehen also auf der anderen seite des parkes dieses Museum. Und als wir so darauf zulaufen, nur um mal zu sehen was es ausstellt, fahren vor uns die ganzen polizeifahrzeuge vorbei und alle leute strömen in unsere Richtung und wir so: haha das is bestimmt papa correa in dem auto da. Und so ist der ecuadorianische Präsident, von jubelnden Menschenmassen verfolgt an uns vorbeigefahren… Am Nachmittag wollte ich unbedingt dieses Nationale musikfestival sehen, dass vor der Kathedrale stattfand. Wir also dorthin und haben das große bild von Jesus bewundert mit dem spruch “bekämpfe Armut, mach Frieden”, dass aus Blumen, Früchten und Brot zusammengestellt war.
Die Musik war so toll, dass Shelly und ich gar nicht mehr aufhören wollten zu tanzen. Ein kleiner Junge hat mir sogar ne Blume geschenkt, die ich mir dann ins Haar steckte. So feierte ich also in meinen “deutschen” Geburtstag rein. Ein seltsames gefühl, wenn man in Deutschland schon 20 is, hier aber noch 6h warten muss. Wir haben abends Pizza gegessen und auf dem Rückweg festgestellt, dass Karneval ist. Von überall wurden wir, dass heißt ich bin irgendwe relativ gut weggekommen, mit diesem Schaum besprüht. Wir waren natürlich für den Spaß zu haben. Wir haben uns alle unsere Llama-Ponchos angezogen und shelly und leeana haben Kriegsbemalung aufgelegt und dann is “Team Llama gringa” losgezogen. Bewaffnet mit den Schaumsprühflaschen durch die Stadt und jeden der uns angesprüht oder auch nur diese bescheuerten gringabemerkungen gemacht hat, haben wir eingeschäumt!!! Wir selbst wurden daher natürlich nicht verschont. Es war eine ordentliche Schlacht und wir und die Leute haben viel gelacht!!! Als wir dann wieder im Hotel waren haben wir versucht unter dem eisigen wasser den schaum aus den haaren zu bekommen… und dann haben mir alle noch “happy birtzhday” gewünscht, weil es mittlerweile bei uns auch schon mitternacht war und dann sind wir eingeschlafen.
Schließlich hieß es Sonntag früh aufstehen, um zu frühstücken (wir haben ewig nach etwas suchen müssen) und dann wollten wir den karnevalsumzug sehen. Da aber die straßen so furchtbar voll waren, dass wir nur im restaurantfernsehen die genialen Festivitäten (wie Karneval der Kulturen)sehen konnten, beschlossen wir gleich nach Baños weiterzufahren. Wir also in den Bus und eine Stunde später saßen wir in Baños im Hotel und überlegten wie wir den tag gestalten könnten. Unser Hostel veranstaltete auch Touren, sodass wir davon so begeistert waren, dass wir gleich beide Touren für den restlichen tag gebucht haben (für insgesamt 8$). Da wir bis 15:00Uhr aber noch eine weile hatten wollten wir Mittagessen und Baños erkunden. Gleich die erste Straße wurde zu unserem Liebling. Die Süßigkeiten Spezialität dort ist Melcocha. Das sind karamelmäßige Bonbons, aber in allen Geschmacksrichtungen. Auf der Straße wurden die in vielen kleinen Läden “live” gedreht, so ne toffeemäßige konsistenz haben die. Und wenn man die straße runterließ bekam man die von allen Seiten zum probieren angeboten. Nach unserem so leckeren 1,50$ Mittagessen (Almuerzo) sind wir dann zum Chiva. Das ist ein Bus, in den man sich mit vielen anderen menschen reinquetscht, weil man auf dem dach dank der Polizei nicht sitzen darf *mist* 
Damit sind wir dann die Wasserfälle abgefahren (was ich alles lieber mit dem rad gemacht hätte, aber war eben nicht), diese Seilbahn “tarabita” gefahren, und diesen wundervollen weg zum Wasserfall heruntergewandert. Wir mussten zwar auch wieder hochklettern, aber das war es so wert!

Nach dem Abendessen, dass vom service her so schlecht war, dass shelly und leeana das auf der Rechnung vermerkte Trinkgeld nicht bezahlen wollten (haben wir dann auch nicht gemacht) sind wir also wieder in eine Chiva, um einen Blick auf den Vulkan zu bekommen. Wir haben irgendwo im Stockdunlen gehalten. Alle ein schön warmes Getränk bekommen und sind dann zu einem platz geführt worden, auf dem an einem Lagerfeuer mit Livemusik leute mit Feuer jonglierten. Genial, und witzig waren sie auch. Wir haben alle die münder nicht mehr zubekommen und haben uns gewünscht es würde nie enden. Den Vulkan konnten wir unter dem nebel zwar nicht sehen, aber die Lichter von baños. Wieder zurück haben wir noch Geburtstagstorte gegessen (so gegen 23:00Uhr). Als wir wieder heil im Hotel angekommen waren haben wir uns fertig gemacht, um noch ein wenig tanzen zu gehen. Wir sind also mit unserem restlichen Schaum auf die suche nach bars und Diskos. Dabei haben wir tatsächlich einen Döner Imbiss gesehen (aber nicht so wie unser Döner). Nachdem wir dann voll eingeschäumt wurden haben wir viel spaß dabei gehabt zu tanzen und aufdringliche Ecuadorianer mit deutschem Vokabular (“spielen, dass die karten fliegen”, “frühstück”) abzuwimmeln. Da das einschäumen bei jedem barwechsel erneut anfing und es auch begann zu regnen, haben wir uns um 2:00uhr dann doch auf den Rückweg begeben. Als wir um 3:00 endlich schliefen hatten wir nur noch 4h schlaf bis zum nächsten morgen. Da mussten wir früh aufstehen, frühstücken und dann auf in den bus nach Puyo und aussteigen an Der Brücke. Die Brücke von der Leeana und ich uns stürzen wollten. Wir haben uns das erstmal von diesem Tyüen vormachen lassen. Man sah das leicht aus. Bevor ich auch nur darüber nachdenken konnte einen Rückzieher zu machen, aber ich einfach gesagt, okay ich machs. Hier hast du die 15$. Mein leben hat also einen wert von 15$… ahhhhh. Ich habe mich also von diesem sypatischen Typen (das war er nur, weil er ein Berlin-basecap hatte) in die Ausrüstung kleiden lassen und bin dann los auf die brücke. Inzwischen bekam leeana die als erste springen sollte schon die ersten Anweisungen und eine menge leute hatten sich versammelt. Leeana kletterte zitternd auf das Geländer und der Berlin-Typ begann zu zählen. one…two…three und Leeana setzt an und bricht ab. “Moment”. und die ganze masse schreit aufmunternde worte. noch mal 1…2…3 leeana setzt an und “ich kann das nicht” und ich schon ganz hibbelig reiß noch mein maul auf: klar. Mach einfach, nicht nachdenken. Und dann 1…2…3 und leeana springt. Oh mein gott. Und dann hab ich die Anweisungen bekommen, während leeana da unten rumbaumelte… also mit dem kopf zuerst, das ist das wichtigste und ich noch so “wie in nen Pool, oder” – “genau”. und dann haben wir noch diskutiert, ob der stein der berliner mauer, den er besitzt, echt ist oder nicht, während ich versuchte dieses Brückengerüst zitternd zu erklimmen und hab mich dann auf seinem kopf (dem Berlin-cap, abgestützt, bringt glück, hab ich gedacht). Und dann fing er auch schon an zu zählen. Ich musste grinsen, weil er auf deutsch zählte und bei drei hab ich schwung geholt und dann ging mir rasend schnell durch den kopf: “ das kann ich ncht, wie gruselig, aber du willst keinen Rückzieher machen wie leeana, nachdem du so großspurig sie angefeuert hast” und dann war ich schon am fliegen. Ich hörte “mein Publikum” nur so von fern jubeln und sah den Grund auf mich zurasen. Und mein gedanke dabei war “du musst jetzt schreien” also hab ich geschrieen (zumidest habe ich das gedacht, später wurde mir erzählt ich hätte nicht geschrien, aber Rauls video hat ja leider keinen ton). Man ne echt geniale Erfahrung! Und das für einen Bruchteil des geldes, dass ich in Europa gezahlt hätte. Wir haben dann noch ein wenig den anderen springern zugesehen. Den feiglingen und den mutigen. Danach sind wir nach baños zurück (die Busfahrt war schlimmer als der sprung), haben ausgecheckt und sind noch ein wenig bummeln und mttagessen bevor es auf die 7h Busfahrt ging… ay das war anstrengend, aber das Wochenende war so genial… ich bin so dankbar, dass ich das alles erleben darf. Jetzt möchte ich noch allen schon mal für ihre Glückwünsche danken, persönlich kommt, wenn ich wieder ein wenig zeit habe!
Februar 24, 2009 um 11:43 |
Hey Kleene, schön endlich wieder was von dir zu lesen. Nachdem du dich ja so komisch ins WE verabschiedet hattest. Irgendwie hatte ich auch schon eine Vorahnung, das du sowas wie Bungee vorhast.
Cooles Video, ich glaub ich hätt mich nich getraut
Du Verrückte
LG Moni
Februar 24, 2009 um 11:55 |
BOAH!!!!
Wie hammergeil ist das denn? Ein Fest für Fenier (FFF)^^!!!!
Nee mal im Ernst, das ist legendär, spitzenklasse … mir fehlen die Worte dafür! WOW!!! Wie schon gesagt, sieht das auf dem Video sogar noch sehr knapp aus, aber einfach super!
Und das alles um deinen Geburtstag herum. Weiterhin viel Spaß da, aber das zu toppen wird schon echt schwer, oder?!
Die allerbesten Grüße von Fenier
Ganz kurz noch zum Meerschwein: Das verfolgt dich jetzt als Geist dein gaaaaaaaaanzes Leben lang!
Februar 26, 2009 um 4:49 |
Oh nein, das passiert also wenn man zu viel an kleinen Meerschweinchen herumknabbert! Hm, vielleicht statte ich nachher mal dem Zooladen bei mir um die Ecke einen Besuch ab.
Beste Grüße
Frank
Februar 27, 2009 um 9:04 |
Hallo Maike,
ich bin schwer beeindruckt, was du Dich traust. Ich schaff gerade mal einen Sprung vom Dreimeterbrett und das auch nur weil ich kurzsichtig genug bin und die Entfernung nicht so genau sehe.
Pass gut auf dich auf
Andrea